Aus dieser Ausgabe:

Vorwort

Selbstkritisches zur #134 – der 'Ultra-Ausgabe'

Informieren, Austauschen und Diskutieren

FC Lampedusa – 5 Years FCLSP

Neues von den Alten



Neues von den Alten

Winterzeit ist Wechselzeit – so naturgemäß auch in dieser wechsel-affinen Transferperiode. Zu ALEXANDER „ALEX“ MEIER (36) beispielsweise, der in der Winterpause zu uns stieß (von 2001 bis 2003 bereits beim FC St. Pauli) und zuvor bei Eintracht Frankfurt nach fast eineinhalb Jahrzehnten dort ausgemustert wurde, anschließend ein halbes Jahr ohne einen Arbeitgeber in der Jobwelt umhergeisterte, muss nicht wirklich mehr viel gesagt werden. Allein der Umstand, dass es in der Hessenmetropole ob seines Abgangs seinerzeit eine kleine Demo gab, spricht ja schon Bände. Warum DIETMAR DEMUTH (64) Ende Dezember beim Fünftligisten Sachsen Leipzig nach knapp drei Jahren Trainertätigkeit seine Papiere bekam, wissen wir auch: Der Ex-Regionalligist büßte seinerzeit nach sechs sieglosen Partien die Tabellenführung der Oberliga Süd ein, und die Vereinsführung war „absolut unzufrieden“ mit dieser Entwicklung. Heißt: und tschüs! Wieder in Amt und Würden war hingegen – zumindest für ein paar Wochen – der 62-jährige JOSEF „SEPPO“ EICHKORN, der von Januar an bei Schalke 04 als zweiter Co-Trainer von Domenico Tedesco fungierte. Dann wurde Tedesco bekanntlich Mitte März entlassen, und Eichkorn übernahm wieder seine ehemalige Funktion als Chefscout der Knappen. Im Zuge dieser Rochade wurde GERALD ASAMOAH (40) dort zum Teammanager befördert. Als Trainerassistent ist PATRICK MÖLZL (38) eingestiegen: seit Ende Februar unterstützt er bei Dynamo Dresden Chefcoach Cristian Fiel, mit dem er gemeinsam die Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert hatte. Mölzl war zuletzt von April 2017 bis April 2018 Cheftrainer bei Wacker Burghausen. Neben Mölzl und Fiel nahm übrigens auch ARNE BAREZ (41) erfolgreich am 65. Fußball-Lehrer-Lehrgang teil, der bis Sommer 1997 in St. Paulis Jugend und unserer U23 aktiv war und aktuell die U17 Preußen Münsters als Chefcoach betreut. Wieder gut im Geschäft sind seit Jahresbeginn FABIAN BOLL (39) und MARIUS EBBERS (41), die beim inzwischen wieder aufstiegsambitionierten Hamburger Oberligisten SC Victoria das Zepter schwingen. Boll, der erst im Dezember beim Ligakonkurrenten SC Condor als Co-Trainer entlassen worden war, als Cheftrainer; Ebbers, der schon bis Mitte 2018 zunächst als Spieler und dann als Co-Trainer an der Hoheluft auffällig geworden war, als dessen Assistent. Die Verträge sollen bis 2020 Gültigkeit besitzen. Bolls vormaliger Chef bei Condor, der 40-jährige „Schlag den Raab“-Gewinner OLUFEMI SMITH, ist seit April ebenfalls wieder im Rennen: Im Zuge der Entlassung Dirk Heynes beim abstiegsbedrohten Regionalligisten Eintracht Norderstedt wurde er zum Assistenten von Neutrainer Jens Martens bestellt; ebenso wie Norderstedts Linksverteidiger JAN-PHILIPP ROSE (33) übrigens, der seine Buffer von 2002 bis 2006 für die Braunweißen (Jugend und U23) geschnürt hatte, und zur Not auch weiterhin als Spieler zur Verfügung stehen soll. Auch der 60-jährige NORBERT MEIER saß kurzzeitig wieder auf der Trainerbank: vom 3. Februar bis zum 15. März coachte er den Drittligisten KFC Uerdingen, der zwar deutliche Ambitionen nach oben hatte, aber seit geraumer Zeit unter Coach Stefan Krämer und auch mit den Ex-St.-Paulianern DENNIS DAUBE und MAURICE LITKA deutlich schwächelt(e). Das änderte sich allerdings auch unter Meier nicht, und nach sieben nicht gewonnenen Ligapartien am Stück (davon vier Niederlagen) war auch für ihn Feierabend in Krefeld. Auch der SV Darmstadt 98 zeigte sich zuletzt nicht von seiner stärksten Seite, entließ darum Übungsleiter Dirk Schuster und beförderte in diesem Zusammenhang CARSTEN WEHLMANN (46), der gerade erst im September von Holstein Kiel als Sportkoordinator an den Darmbach gewechselt war, zum Sportlichen Leiter. Theoretisch hätte auch JAN KOCIAN (61) neuer Trainer in Darmstadt werden können, denn der hatte zuvor das Amt als Nationaltrainer des Jemen, das er vom November an innehatte, bereits nach zweieinhalb Monaten wieder abgegeben – ohne jemals den Fuß in das Bürgerkriegsland gesetzt zu haben. Kocian hatte den Job lediglich für die Vorbereitung auf und die Teilnahme am Asiencup in Katar übernommen. In dieser Winterpause verlassen bzw. teilzeitverlassen haben uns bekanntlich diese Akteure: CLEMENS „SCHOPPE“ SCHOPPENHAUER (27), der bei seinem neuen Verein VfR Aalen auch gleich zum Kapitän ernannt wurde – und dort auf Neuzugang PETAR SLISKOVIC (28 / von Viktoria Berlin) traf. Auch BERND NEHRIG wird uns irgendwie fehlen. Der 32-Jährige wollte den Drittligisten Eintracht Braunschweig beim Unternehmen Klassenerhalt unterstützen und unterschrieb deshalb in der Winterpause gleich einen Vertrag bis 2021 – ist nun allerdings seit Mitte April wegen Achillessehnenverletzung bis Saisonende außer Gefecht. Flügelflitzer CENK SAHIN (24) ist hingegen (zunächst) nur ausgeliehen und möchte St. Paulis Liga-konkurrenten SV Ingolstadt dabei helfen, den Abstieg zu vermeiden. Auch Keeper PHILIPP TSCHAUNER (33), der bis Jahresende noch bei Hannover 96 aktiv war, heuerte zum Jahreswechsel bei den Oberbayern an. Auf Leihbasis soll der gebürtige Schwabacher den Kasten des Zweitligisten möglichst sauber halten. Ein großer Abstieg muss der Wechsel von einem Zweitligisten zu einem anderen Zweitligisten erst einmal formal nicht sein. Wenn es allerdings von einem deutschen Zweitligaklub zu einem chinesischen Unterhaus-Protagonisten geht, wird man schon stutzig. RICHARD SUKUTA-PASU (28) hat diesen Schritt im Februar unternommen und sich vom MSV Duisburg zu den Guangdong Southern Tigers transferieren lassen. Wegen des coolen Namens wird „Richy“, der in den vergangenen neun Jahren bei zehn verschiedenen Vereinen in vier Ländern gespielt hat, den Wechsel sicherlich nicht vollzogen haben. Apropos coole Namen: zum SV Rot-Weiss Trinwillershagen wechselte im Januar CLEMENS LANGE (32), der bis dahin bei Dynamo Schwerin angestellt war. Allerdings hat sich die Offensivkraft bei der dortigen Ü-35-Elf angemeldet, und nur wenn „Not am Mann ist“, kann sich Lange einen Einsatz in der 1. Mannschaft des Mecklenburg-Vorpommerschen Achtligisten vorstellen. Nur eine Liga höher ist inzwischen JEREMY OPOKU-KARIKARI (31) gelandet. Vom Hamburger Oberligisten TuS Dassendorf wechselte der Abwehrmann in der Winterpause – mutmaßlich hauptberuflich bedingt – zum Osnabrücker Bezirksliga-Aufsteiger SV Hellern. Ein bisschen aus den Augen verloren hatte ich zuletzt JACOB RASMUSSEN (21), ARMANDO COOPER (31) und MAHIR SAGLIK (36). Hier das Update: Rasmussen wechselte im Januar für sieben Millionen Euro Ablösesumme (!) vom FC Empoli zum AC Florenz, wurde aber zunächst gleich bis zum Saisonende an Empoli ausgeliehen. Cooper durchlebte seit 2017 diese Stationen: Toronto FC, Club Universidad de Chile, Dynamo Bukarest und ist aktuell im Januar beim israelischen Erstligisten Maccabi Petah Tikva untergekommen. Ein paar Staffeln tiefer kickt nun Stürmer Saglik, der seit Jahresbeginn für den hessischen Fünftligisten KSV Hessen Kassel gegen den Ball tritt. Noch bis Ende November stand der gebürtige Paderborner beim türkischen Drittligisten Eyüpspor unter Vertrag, war seither aber vereinslos. Nun nicht mehr ohne Klub ist der 32-jährige MICHAEL GÖRLITZ, da er seit Ende Januar beim SC 04 Schwabach (sechstklassige Landesliga Nord-Ost in Bayern) mitkickt. Bis dahin hatte sich Görlitz beim SV Wacker Burghausen fitgehalten. Fest steht aber auch schon, dass Görlitz im Sommer zum ASV Neumarkt (zum Redaktionsschluss noch Bayernliga Nord) wechseln wird. Vom Regionalligisten Eintracht Norderstedt zum Zweitligisten SC Paderborn (Vertrag bis Juni 2021) zog es im Januar FELIX DRINKUTH. Gleichwohl liehen die Ostwestfalen den 24-Jährigen Allrounder bis Saisonschluss umgehend an die Sportfreunde Lotte (3. Liga) aus. Ende Januar Lotte verlassen hat hingegen DENNIS ROSIN (22), den es zum Regionalligisten SV Elversberg zog. Weiterhin erstklassig wird MARC RZATKOWSKI (29) am Start sein, zumal der in Bochum geborene Wirbelwind, nach vorheriger Ausleihe durch RB Salzburg an die New York Red Bulls, nun fest vom MLS-Klub verpflichtet wurde. Nicht MLS, sondern PEC heißt die neue Heimat des 27-jährigen LENNART THY. Nachdem Thys Kontrakt mit dem türkischen Erstligisten Büyüksehir Belediye Erzurumspor nach nur fünf Monaten im Dezember betreits wider aufgelöst wurde, schloss sich der Offensivmann Mitte Januar dem abstiegsbedrohten Erstdivisionär PEC Zwolle in den Niederlanden an. Die Liga, die Thy nun bereichern will, wurde für St. Paulis ehemaliges U23-Talent CHRISTOPHER BRAUN (27) allerdings zur Sackgasse. Zum Jahreswechsel schied der gebürtige Hamburger beim Aufsteiger Fortuna Sittard aus und unterschrieb dafür beim griechischen Abstiegskandidaten OFI Kreta der dortigen Beletage bis 2020. Nicht Kreta, sondern Mallorca hieß das Ziel von ANTE BUDIMIR (27), der seit Mitte Januar und bis zum Saisonende vom italienischen Zweitligisten FC Crotone an Spaniens Zweitligisten Real (RCD) Mallorca ausgeliehen wurde. Zwote Liga hat einstmals auch GÖKHAN ISCAN gekickt, nämlich eine Spielzeit bei Altay Izmir in der Türkei, nachdem er St. Paulis U23 2008 nach zwei Jahren verlassen hatte. Jetzt im Winter wechselte der 31-Jährige innerhalb der Hamburger Oberliga vom SC Condor zum SV Curslack-Neuengamme. In der gleichen Staffel landete mit KERIM CAROLUS (24) zum 1. Februar ein weiterer Ex-U23-Spieler St. Paulis: nach gut einem halben Jahr Vereinslosigkeit (USA-Aufenthalt) verpflichtete ihn TuS Dassendorf. Nach Hamburg zurück kehrt ERDOGAN PINI (27), dereinst mein Lieblingsakteur bei St. Paulis U23, weil er nach zwei Spielzeiten den Viertligisten SV Drochtersen-Assel verlassen und sich zur neuen Saison Hamburgs Oberligisten Altona 93 anschließen wird – ob Pini dann weiterhin in der vierten oder nur in der fünften Liga aufläuft, wird der weitere Saisonverlauf der West-Hamburger entscheiden. Auch die zukünftige Ligazugehörigkeit von NICO EMPEN (23) und JOEL KELLER (24) steht momentan noch in den Sternen. Klar war bei Redaktionsschluss nur: beide müssen Drochtersens Ligakonkurenten SC Weiche Flensburg 08 zum Saisonende verlassen. Den Verein verlassen – und zwar nach immerhin 12 Jahren – muss auch der 50-jährige HARALD GÄRTNER. Mit sofortiger Wirkung trennten sich Ende März die gemeinsamen Wege des im Abstiegsstrudel befindlichen Zweitligisten FC Ingolstadt und dessen Geschäftsführer wegen unterschiedlicher Auffassungen über die „Ausrichtung des Vereins für die Zukunft“. Eine solche sieht für ROBERT PALIKUCA vielleicht nicht rosig, aber immerhin doch anders aus. Seit dem 15. April nämlich arbeitet der 40-Jährige, der von 2004 bis 2006 am Millerntor als Defensiver am Start gewesen war, als neuer Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg und hatte dafür seinen Posten beim (Noch-)Ligakonkurrenten Fortuna Düsseldorf als Manager der Lizenzmannschaft aufgegeben. Palikuca wolle „nach 13 Jahren bei Fortuna … eine neue Herausforderung annehmen.“ Eine solche muss sich zur neuen Saison auch VfL Wolfsburgs aktueller Co-Coach OLAF JANSSEN (52) suchen, denn beim Erstligisten wird dessen Tätigkeit nicht über das Saisonende hinausgehen. Ebenso wie Chefrainer Bruno Labbadia wird Janßen seinen Vertrag bei den Niedersachsen nicht verlängern. Bereits zum April-Beginn schied beim FC Ingolstadt Individualtrainer FABIAN GERBER (39) aus, der im Schlepptau des bis dahin amtierenden Cheftrainers Jens Keller aus dem Klub gekickt wurde. Im Trainermilieu tummelt sich seit 2015 auch St. Paulis ehemaliger U23-Kicker (2006-2007) SVEN TEPSIC (37), der nun als DFB-B-Lizenzler, zur neuen Saison 2019/20, beim Hamburger Bezirksligisten TBS Pinneberg als Chefcoach anheuerte. Eine solche alleinige Chefposition will sicherlich auch RALPH GUNESCH (35) einmal einnehmen, der Anfang April erfolgreich die Prüfung für die Trainer-A-Lizenz abgelegt hatte und bereits ein paar Tage darauf, neben Sabrina Wittmann und Fabian Reichler, zum Übungsleiter für die U19 des FC Ingolstadt 04 ernannt wurde. Der Chronistenpflicht gerecht werdend sei hier abschließend ad 1 an den anstehenden Wechsel des 23-jährigen JEREMY DUDZIAK zum Hamburger SV erinnert (Drecks-Transparent in Kiel!) und ad 2 an die umfänglichen jüngsten Veränderungen auf Funktionsebene: Cheftrainer MARKUS KAUCZINSKI (49) ebenso weg, wie Sportchef UWE STÖVER (52), dafür JOS LUKUHAY (55) als Cheftrainer neu im Team, und unser kaufmännischer Geschäftsleiter ANDREAS RETTIG (56), der zum 30. September „aus persönlichen Gründen“ den Verein verlässt, wird bis Saisonende Stövers Job „interimistisch“ mitübernehmen.

In eigener Sache: Mit der heutigen Ausgabe beende ich als Gründungsmitglied aus familiären und beruflichen Gründen meine ÜS-Mitarbeit nach fast 26 Jahren. Diese Rubrik werdet ihr zukünftig auf der Homepage der MillernTon-Macher lesen können, weil ich diese dort ohne festen Redaktionsschluss und somit ohne Termindruck publizieren kann. Tschüs!

//Ronny
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